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Seelisberg -
Betrachtungen zu Mythen, Fronalpstock, Urner Alpen, Literatur und Schweizer Selbstverständnis.

Meine Plattform ist das Hochplateau von Seelisberg über dem Vierwaldstättersee, abgehoben und der Welt leicht entrückt. Seelisberg ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für traumhafte Wanderungen und Ausflüge. Sie erreichen Seelisberg innert 90 Autominuten von Zürich oder 45 von Luzern. Wenn Ihnen mehr Zeit zur Verfügung steht, so gönnen Sie sich die Hinfahrt mit einem Raddampfer von Luzern oder Brunnen nach Treib. Auch der Aufstieg mit der Standseilbahn Treib-Seelisberg ist unvergesslich.

Das Panorama zeigt von links nach rechts einen bedeutenden Ausschnitt aus dem zentralschweizerischen Alpenvorkamm. Links im Bild sind der Grosse und Kleine Mythen. Die beiden Berge sind das nahegelegendste Wander-, Bergsteiger- und Kletterparadies im Einzugsgebiet von Zürich. In der Mitte vor uns steht der Fronalpstock, ein Kalkkegel mit zahllosen Dolinen. Während der Sommermonate trainieren angehende Kletterer ihre Fähigkeiten in den Klippen und Klüften der Stirnseite. Seine weniger steile Hinterseite verwandelt sich im Winterhalbjahr zur grossen Schneesportarena. An guten Wochenenden tummeln sich hier Tausende von Skifahrer und Snowboarder.

Auch für Geologen ist diese Landschaft ein Leckerbissen. Zwischen Mythen, Fronalpstock und den Urner Alpen liegen Verwerfungen und Aufschichtungen aus der kontinentalen Frühzeit. Zu beiden Ufern des Urnersees lassen sich diese massiven Verbiegungen der Gesteinsschichten mit ihren Rissen und Klippen gut erkennen. Unterwegs mit dem Schiff erkennt man Passagiere aus vorwiegend flachen Ländern ziemlich schnell: Touristen aus Brasilien, Indien oder Australien aber auch Norddeutsche und Holländer können sich nicht satt sehen an der bizarren Gesteinswelt. Sie stehen mit offenen Mündern auf dem Deck, völlig überwältigt von der Kraft der Natur, die hier aus jeder Ritze quillt. Macht und Energie der Urgesteine sind hier mit Händen greifbar. Riesige Platten ragen aus der Erdkruste in den Himmel empor, abgewettert vom Zahn der Zeit. Die Erdgeschichte erklärt sich hier ohne Worte, das genaue Hinsehen reicht.

Rechts im Bild liegen die Urner Alpen und das Reusstal. Es bildet den Zugang zur kürzesten Alpenüberquerung Europas, dem Gotthard. Schon die Römer nutzten diesen Pass. Von ihnen stammen nicht wenige Ortsbegriffe der Innerschweiz. Reus - der König für den Hauptfluss, Regina (die Königin) für den nördlichen Frontberg (n.b. die Rigi) und Lucerna für die Leuchtenstadt Luzern. Die vor- und mittelalterlichen Handelströme von Süden nach Norden führten über Säumerpfade vom Gotthard ins Reusstal und von dort entweder per Schiff von Flüelen über den Urnersee nach Brunnen oder Luzern oder über den Höhenweg unterhalb des Fronalpstocks nach Schwyz.

Heute sind es die Axenstrasse und die weitgehend im Fels verborgene Eisenbahnlinie zusammen mit der Autobahn unter dem Seelisberg, welche die Verkehrströme zur Alpenüberquerung in diesem engen Tal bündeln. In der Wirklichkeit hört sich das an als eine nie abreissende Geräuschkulisse, oft verstärkt durch das Echo der Felswände.

Der Urnersee ist kein stilles Gewässer. Bei Föhnlagen rauscht der warme Südwind durch die Talenge nordwärts, als wär's ein Windkanal. Auch sonst wechseln hier Berg- und Talwinde im Rhythmus von Sonne und Wolken und dem Tagesgang. Für Wind und Wellen ist hier immer gesorgt. Surfcracks aus ganz Europa haben in Sisikon an der Axenstrasse ein eigentliches Zentrum aufgebaut. Kein Wunder: der Urner See mit seinen starken Böen und den hart wechselnden Winden war schon zu Wilhelm Tells Zeiten eine Herausforderung für Seefahrer.

Dieses Bild zeigt auch Dinge, die man nicht sehen muss, sondern besser selber erfährt. Von der Stelle aus, wo ich das Bild gemalt habe, führt ein Weg hinunter zum Rütli, einer kleinen Wiese unweit vom Ufer des Vierwaldstättersees. Für uns Schweizer hat dieses Rütli eine ganz besondere Bedeutung: 1291, so will es die Sage, sollen die Väter der Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden den Eid geschworen haben, sich gegen fremde Herrscher zu wehren. Seither ist das Rütli die Wiege der Nation und die Seele der Schweiz. Es verkörpert das urschweizerische Ideal von Selbstbestimmung, Selbstverteidigung und Demokratie. Das Rütli ist und bleibt Aufhänger, Dreh- und Ankerpunkt unserer nationalen Identität.

Gestatten Sie mir eine ganz besondere "Fuss"-Note zu meinem Bild und dem Schweizer Beitrag zur Leipziger Buchmesse.

Ganz unten am Fuss des Seelisbergs steht das grösste und schönste Denkmal, welches unsere Nation jemals einem Schriftsteller gewidmet hat. Einem Obelisken gleich ragt hier ein Fels aus dem Wasser, hart an der Kante zum rauen Urnersee. Exakt dort, wo die Winde sich legen, steht der "Schillerstein" - im Gedenken an den grossen Deutschen, an Friedrich Schiller, dem Schöpfer der Tells-Geschichte, dem Vater des schweizerischen Nationalmythos.

 

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Dieses Bild ist Curt und Mara Schwegler-Maïr gewidmet.

Permanente Austellungen
Ort: Lokal / Galerie / Ausstellung:     Werk:
Zürich
Restaurant Poli
Gertrudstr. 50, 8003 Zürich-Wiedikon  
Circus Salami
Zürich

Restaurant Piazza

Am Idaplatz, 8003 Zürich-Wiedikon  

Zürichsee mit Glarner Alpen

Zürich
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Bremgartnerstr. 70, 8003 Zürich-Wiedikon  
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13.3.2008 17.3.2008

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