BIOGRAFIE

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DIE BIOGRAFIE

Guido Hischier, 1949 in Oberwald geboren, lebt in Zürich. Nach dem Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie war er am soziologischen Institut der Universität Zürich tätig und promovierte zum Dr. phil. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigte er sich mit Fragen der Weltgesellschaft und ihres Wandels. Seit Mitte der 1980er Jahre widmet er sich intensiv der Malerei. Heute ist er vor allem für seine grossformatigen, in klassischer Öltechnik gemalten Gebirgspanoramen bekannt, deren unverkennbares Merkmal der Verzicht auf jede Staffage ist.

ALS SOZIOLOGE

Guido Hischier entwickelte im Rahmen der Zürcher Schule (um Peter Heintz) eine soziologische Typologie politischer Regimes. Sein Ansatz basiert auf der von Peter Heintz begründeten Weltgesellschaftstheorie. Unter dem Einfluss seines hochgeschätzten Lehrers legte er den Ausgangspunkt der gesellschaftlichen Analysen in der „Perspektive von unten“ fest und grenzte ihn konsequent von der „Perspektive von oben“, d.h. dem Macht- und Herrschaftsstreben, ab. Es ist diese grundlegende Perspektive, die ihn anspornt, leitet und dazu führt, wie Marx sagt, vom kategorischen Imperativ auszugehen, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“ Im Zentrum steht das Zusammenspiel von sozialer Ungleichheit, politischer Mobilisierung, Elitenbildung und weltgesellschaftlicher Abhängigkeit. Seine Arbeiten zeigen, dass politische Entwicklung nicht linear verläuft, sondern unter historischen, sozialen und internationalen Bedingungen verstanden werden muss. Damit geht Hischier deutlich über einfache Gegensätze wie Demokratie oder Diktatur hinaus.  

ALS PHILOSOPH

In seinen philosophischen Essays geht er der Frage nach, was die Philosophie zum Verständnis der heutigen Weltgesellschaft beitragen kann. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals so etwas wie eine globale Gesellschaft herausgebildet hat, die auf gemeinsamen Werten wie Menschenrechten, Entwicklung und Frieden beruht. Dennoch fehlt dieser Weltgesellschaft bis heute eine klare gemeinsame Identität, da sich die meisten Menschen weiterhin primär als Mitglieder von Nationen, Kulturen oder lokalen Gemeinschaften verstehen und nicht als Teil einer weltweiten Gemeinschaft. Hischier beschreibt die Weltgesellschaft als reale, aber innerlich noch unvollendete Gemeinschaft: global verbunden, aber ohne voll entwickeltes gemeinsames Bewusstsein. Seine Philosophie fragt nach Werten, Gerechtigkeit, Verantwortung und danach, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt unter den Bedingungen von Globalisierung, Ungleichheit und politischer Spannung überhaupt noch möglich ist. 

als künstler und maler

Der Weg von Guido Hischier von der Wissenschaft zur Kunst war kein Bruch, sondern ein bewusster Schritt. Er versteht die Malerei als „Soziologie mit anderen Mitteln“. In seinen Bildern verarbeitet er nicht nur Natur, sondern auch soziale Wirklichkeit: Armut, Ungerechtigkeit, Alter, Frauen, Beamtentum oder Freiheit. Seine Malerei ist spontan, direkt und von starker innerer Haltung getragen. Für Hischier ist Kunst nichts Abgehobenes, sondern gelebte Erfahrung — eine Form, Denken, Emotion und Wahrnehmung sichtbar zu machen.

als engagierter zeitgenosse

Guido Hischier ist nicht nur Denker und Maler, sondern auch ein engagierter Zeitgenosse. Sein Werk bewegt sich im Spannungsfeld von Kunst, Politik, Kritik und Hoffnung. Texte, Performances und Bildserien zeigen einen Künstler, der gesellschaftliche Entwicklungen aufmerksam begleitet und sich mit Fragen von Heimat, Protest, Macht, Erinnerung und Verantwortung auseinandersetzt. Seine Arbeit versteht Kunst nicht als Rückzug, sondern als Form der Teilnahme an der Gegenwart.